Riesiges Pech hatte Willi Steindl vergangenes Rennwochenende am Lausitzring. Nach toller Qualifikation ging der Kirchberger vom guten 4. Startplatz ins Rennen. Wenige Runden später fand sich der 18-jährige van Amersfoort Pilot bereits auf Rang 2 wieder und machte dem zu dieser Zeit führenden Jimmy Eriksson ordentlich Druck. Das beste Saisonergebnis Steindls zeichnete sich ab. Doch drei (!) Runden vor Schluss die Ernüchterung. Als er an einem bereits überrundeten Fahrer vorbei fahren wollte, drängte ihn dieser aus der Spur und Willi blieb nichts anderes übrig, als sein Fahrzeug in der Wiese abzustellen. „Das darf nicht wahr sein. Ich bin ich auf dem Weg zu meinem besten Saisonergebnis und dann übersieht mich ausgerechnet ein bereits überrundeter Fahrer. Ich schied aus, ohne einen Fehler gemacht zu haben“, ärgert sich der 18-Jährige und fordert gleichzeitig ein härteres Durchgreifen der Rennleitung. „Die Formel 3 kostet uns Fahrer viel Geld und wenn man wichtige Punkte verliert, weil ein Fahrer, der mit dem Rennen eigentlich gar nicht’s mehr zu tun hat, ins Geschehen eingreift, nur um noch ein paar Sekunden heraus zu holen, dann ist das nicht gerade karrierefördernd.“
Dank einer intelligenten Startphase, bei der sich Steindl aus einer Kollision heraushalten konnte, fährt der in wenigen Tagen 18jährige zum bis dato größten Erfolg seiner noch so jungen Karriere: „Ich bin megastolz und überglücklich. Endlich habe ich die stets guten Testergebnisse, auch einmal in einem Rennen umsetzen können und damit viel Selbstvertrauen getankt. Am Start bin ich zwar schlecht weggekommen, habe mich dann aber innen gehalten und bin so sicher an dem Chaos vorbeigekommen. So lag ich auf einmal auf Platz drei. Leider habe ich mich dann zu viel nach hinten orientiert und dadurch den Anschluss an Platz 2 verloren. Später bekam der Schwede zwar Probleme, konnte aber seinen Rang halten. Doch der Podiumsplatz entschädigt für alles.“ Auch für eine bis dato eher durchwachsene Saison des Kirchbergers: „Ich bin zwar vom Speed her immer in den Top 4 gewesen, doch im Endeffekt habe ich durch diverse Probleme und unglückliche Zwischenfälle nie wirklich richtig gepunktet. Ich habe mir auch immer zu viel vorgenommen, mich zu sehr unter Druck gesetzt. Jetzt konzentriere ich mich darauf, gute Platzierungen herauszufahren und plötzlich scheine ich einen mentalen Schritt gemacht zu haben“, freut sich der Kirchberger „Endlich habe ich meinen Speed ohne Probleme durch ein Wochenende bringen können und kann wertvolle Punkte mit nach Hause nehmen“, Denn auch im zweiten Rennen am Nürburgring klassiert sich Willi mit Rang fünf in der absoluten Weltspitze: „Phase zwei der laufenden Saison startet für mich also richtig vielversprechend, wir sind erst bei der Hälfte der Rennen angekommen und ich konnte mich innerhalb von zwei Wochen von Platz 14 der Meisterschaftswertung auf Rang 6 vorarbeiten. Jetzt habe ich natürlich noch mehr vo, und ich hoffe, dass ich noch den einen oder anderen Podestplatz herausfahren kann.“
Die ATS Formel 3 wechselt am 7. und 8. August in die holländische Motorsporthochburg Assen.
Während die meisten anderen Jugendlichen derzeit die Osterferien genießen und vom schulischen Stress der letzten Tage ausspannen, gehen für Willi Steindl die Tests erst so richtig los. Für ihn geht es allerdings nicht um schulische Noten, sondern um eine gute Ausgangsposition für die bevorstehenden Rennen des ATS Formel 3 Cups.
Für den 17-jährigen Kirchberger steht bei den Trainingseinheiten heuer vor allem das Kennenlernen des neuen Autos und des ganzen Teams im Mittelpunkt. Das holländische VW-Werksteam stellte dem jungen Talent für seine erste Saison bei Van Amersfoort Racing nämlich gleich das Meisterauto der vergangenen Jahre zur Verfügung. Auto und Team sind einfach spitze „Ich bin mit den ersten Testfahrten sehr zufrieden, bis auf einmal war ich stets unter den Topfahrern mit dabei. In Imola, wo fast alle anderen Teams auch am Start waren, war ich überhaupt der schnellste“, zeigt sich Willi Steindl mit den bisherigen Leistungen sehr zufrieden.
„Das neue Auto ist einfach spitze und die Zusammenarbeit zwischen den Fahreren und VW ist sehr professionell. Auch meine drei Teamkollegen haben starke Leistungen gezeigt. Alles in allem sind wir bestens auf die Rennen vorbereitet.“ Am 10. April ist es dann auch schon so weit. Im deutschen Oschersleben fällt der Startschuss zur heurigen Saison. Für Willi Steindl ist das alles nicht mehr neu, dennoch ist jedes Rennen immer etwas besonderes. Das Publikumsinteresse an Deutschlands schnellster Formel- Rennserie ist sicher auch heuer wieder enorm. Im niederländischen Assen wird der ATS Formel-3-Cup beispielsweise beim Rizla Race Day am 8. August vor mehr als 40.000 Zuschauern zu Gast sein. Gesamtsieg als großes Wunschziel Für die heurige Saison hat sich Willi Steindl einiges vorgenommen.
„Mein Ziel ist es in den ersten Rennen immer unter die Top 5 zu fahren und mich im Laufe der Saison weiter zu steigern. Nur mit konstant guten Leistungen ist es möglich, am Ende auf Rang eins der Gesamtwertung zu stehen. Wenn alles passt, dann habe ich in jedem Rennen die Chance auf‘s Stockerl zu fahren, das haben die Tests in Imola, Hockenheim usw. gezeigt.“ Schule, Sport und Hotel nicht leicht zu vereinen Und dann soll neben den Rennen auch noch Zeit bleiben, um für die Schule zu lernen, schließlich geht es für den Kirchberger darum, die Handelsakademie erfolgreich abzuschließen. Für das elterliche Hotel bleibt da natürlich nicht mehr viel Zeit. „Sport und Schule sind schon schwer miteinander zu vereinen, aber wenn im Hotel Not am Mann ist, helfe ich natürlich auch gerne mit.“
Und wie findet es Willi Steindl, dass sein großes Vorbild Michael Schuhmacher wieder in die Formel 1 zurückgekehrt ist? „Ich glaube, dass das einen enormen Aufschwung für den Motorsport bringt. Ob es richtig war, wird sich zeigen, denn berühmter kann Schuhmacher nicht mehr werden. Auf jeden Fall macht das die Formel 1 wieder spannender.“
Nach einer etwas durchwachsenen ersten Saison in der Formel 3 blickt das Kirchberger Motorsport-As nun bereits voller Tatendrang einer neuen Rennserie entgegen. Durch ausgezeichnete Leistungen wurden bei den letzten Testfahrten viele Teams auf das junge Talent aufmerksam. „Ich hatte eine Vielzahl an Angeboten von verschiedensten Teams, schlussendlich habe ich mich aber für das Meisterteam der vergangenen Jahre, Van Amersfoort Racing, entschieden“, erzählt Steindl selbstbewusst. In dem holländischen VW Werksteam hat man ihm nun auch prompt das Meisterauto zugeteilt.
Im Jahresrückblick blickt Kirchbergs Motorsportass Willi Steindl auf eine durchwachsene, schwierige Saison zurück. Nach einer starken ersten Hälfte, in der sich Willi stetig in den Top 5 wiederfand, kam der große Einbruch und die mutige Entscheidung, die Saison vorzeitig abzubrechen, um sich auf das nächste Jahr zu konzentrieren.
Eine gute Entscheidung, wie sich nach den Tests mit dem Meisterteam „Van Amersfoort“ in Guadix (Spanien) und Hockenheim (Deutschland) herausstellte: "Die Misserfolge der vergangenen Saison haben mich offentlich schneller lernen lassen, laut dem Meisterteam habe ich mich entwickelt und entspreche dem Niveau, um nächstes Jahr den Meistertitel ins Visier nehmen zu können und das werde ich auch definitiv tun", gibt sich Steindl selbstbewusst: "Nach einem Streckenrekord in Guadix und eine sehr schnellen Rundenzeit in Hockenheim, die kein anderer während der Testtage erreichen konnte, fühle ich mich schneller den je", kann Willi getrost der Winterpause entgegenblicken.
Auch Formel - 3 Fahrer absolvieren Fahrstunden:
Enttäuschung bei Willi am Ende des Rennwochendes am Nürburgring. Ausgerechnet auf einem seiner Lieblingskurse wollte in den vergangenen Tagen nichts so recht klappen: „In beiden Qualifyings hatten wir mit extremen Bedingungen zu kämpfen. In der ersten Quali war`s extrem heiß, im zweiten regnete es in Strömen. Mit beiden Ausnahmesituationen bin ich leider überhaupt nicht zu Recht gekommen“, zeigt sich Willi enttäuscht über den 12. und den 19. Platz im Qualifying: „Positiv gestimmt hat mich dann aber der Rennverlauf. Ich habe viele Plätze gutmachen können und wiederum viel lernen können.“ Nach einem schlechten Start im ersten Rennen konnte Willi von der 18. Position aus gleichmal 10 Plätze gutmachen und landete letztlich auf Rang 12. Gleich sechs Plätze nach vorne gings auch im zweiten Rennen – unterm Strich bleibt Platz 13.
12. Platz für Willi im zweiten Assen – Rennen und damit leider kein versöhnliches Ende eines unglücklich verlaufenen Rennwochenendes: „Nach einem schlechten Start, bin ich heute vom 17. Platz aus noch auf Rang 10 vorgefahren. Dann bin ich geblockt worden und bei einem Überholmanöver in der letzten Runde rausgerutscht. Viel Pech also in Assen, wo ich zum ersten Mal überhaupt gefahren bin. Aber ich schaue nach vorne und freue mich auf mein absolutes Saisonhighlight, den Nürburgring!“
Nachdem Willi bereits im zweiten Qualifying vom Pech verfolgt scheint – „Ich hatte mit den Gelbphasen zu kämpfen, ein schlechtes Timing erwischt und keine einzige freie Runde fahren können“, schien ihm auch im ersten Assen – Rennen das Glück nicht hold. In der vierten Runde kracht ihm heute der Indonesier Zahir Ali ins Heck. Willi muss einen Ausfall hinnehmen: „Vor mir war eine Kollision und ich musste mich eindrehen, um nicht reinzufahren. Ali trifft keine Schuld“, ärgert sich der 16jährige. Noch in den Runden zuvor lag Willi gut, nämlich im Sandwich zwischen seinen beiden neuen Teamkollegen, Rafael Suzuki (BRA), der später auf Rang 4 finished und Harald Schlegelmilch (Rang 6).
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