SMPR präsentiert
Sep 16 2009
Rechenspielchen um den Gesamtweltcup
Eine 24jährige zierliche Kirchbergerin zieht aus, um Österreichische Mountainbikegeschichte zu schreiben. Ausgerechnet beim Heimweltcup in Schladming könnte Lisi Osl als erste österreichische Mountainbikerin am kommenden Samstag den Gesamtweltcup für sich entscheiden. Die 24jährige muss dabei ein Polster von 65 Punkten Vorsprung verteidigen, doch ans Taktieren denkt die junge Wilde erst gar nicht.
1 – 5 – 5 – 6 – 6 – 4 – 1; So konstant lesen sich die Weltcupergebnisse der Elisabeth Osl in dieser Saison. Nun gilt es, beim großen Showdown am kommenden Samstag auf der Schladminger Planai einmal mehr Konstanz und stahlharte Nerven zu beweisen.
„Was wäre, wenn…“
Zugegeben, es handelt sich um Zahlenspielereien. Und auch wenn die ehrgeizige Vollblutathletin Lisi Osl sich voll auf das Rennen konzentriert, das große Rechnen hat in ihrem Umfeld längst begonnen: Über 65 Punkte Vorsprung verfügt Lisi auf Konkurrentin Lene Byberg, theoretische Chancen auf einen Gesamtsieg werden auch noch der Kanadierin Catherine Pendrel zugesprochen. Schon ein 11. Platz könnte Osl auf der Planai genügen, um den Gesamtweltcup für sich zu entscheiden. Dann nämlich, wenn Lene Byberg keinen Podiumsplatz erreicht und besten Falles Vierte wird. Sollte sich Byberg in Schladming auf Rang zwei klassieren, reicht Osl ein fünfter Rang, im Falle eines Sieges von Byberg müsste sich Lisi jedoch auf Rang 2 platzieren. Einen Sieg benötigt hingegen die Dritte im Bunde, die Kanadierin Catharine Pendrel, um Lisi Osl und Lene Byberg noch gefährlich werden zu können. Osl würde in diesem Falle aber schon ein 30. Platz ausreichen. Beinahe schon ein Mountainbike – Krimi also und Rechenspielchen, von denen die junge Kirchbergerin nichts wissen möchte: „Ich habe noch nie taktiert, jetzt mit angezogener Handbremse zu fahren, wäre wohl das falsche Rezept.“ In Schladming werden alle Augen auf sie gerichtet sein, ein enormer Druck: „Ich habe heuer schon viel mehr gewonnen als erhofft, möchte das einfach genießen und dann schauen wir mal. Ich lasse mir sicher keinen Druck auferlegen, auch wenn das leichter gesagt, als getan ist.“
Konkurrenz gibt es nur auf dem Rad
Mit ihrer größten Konkurrentin, der Norwegerin Lene Byberg verbindet Lisi eine Freundschaft: „Wir sind uns gestern bei der Streckenbesichtigung begegnet und haben schon ausgemacht, dass wir uns–egal, wie das am Samstag für uns ausgeht- abends auf ein Glaserl Wein treffen werden“, grinst Lisi: „Konkurrenz gibt es bei uns nur auf dem Bike. Als ich beim Weltcup in Kanada lediglich mit einem Mechaniker angereist bin, hat mir Lene angeboten, mich bei ihr im Zelt massieren zu lassen.“
Strecke liegt mir nur im trockenen Zustand
Gestern konnte die anspruchsvolle Strecke auf der Planai befahren werden: „ Ein unglaublich harter Kurs, mit vielen steilen Anstiegen. Sorgen machen mir die vielen Graspassagen. Da kann ich echt nur die Daumen halten, dass es am Samstag nicht regnet oder recht nass ist, denn dann werden wir unsere Bikes an diesen Stellen sicher schieben müssen. Ein Nachteil für mich, läuferisch bin ich schwächer als die Norwegerin!“




