Schon beinahe ein Cross Country Thriller war das heutige WM- Rennen der Damen Elite im kanadischen Monte Sainte Anne. Weil es bis kurz vor Start wie in Strömen geregnet hatte, präsentierte sich die ohnehin schon äußerst selektive Strecke als gefährliche Rutschpartie. Besonders die Abfahrten verlangten den Damen alles ab, was heute auch Lisi Osl mit einem Sturz im Steinfeld leidvoll erfahren musste. Dennoch arbeitete sich die Kirchbergerin kontinuierlich von der anfänglichen 12. Position, unmittelbar nach dem Start zunächst auf Rang 8 und schließlich auf den ausgezeichneten 5 Platz vor. Damit wird Lisi wohl mehr als zufrieden sein, war doch eine Top Ten Platzierung das festgelegte Plansoll. Der WM Titel geht an die Polin Maja Wloszczowska vor der Russin Irina Kalentieva und Bronze geht an die US- Amerikanerin Willow Koerber. In Kürze erwarten wir hier das Statement von Lisi Osl!
Tagebuch Tag 3: Heute war nochmals etwas Ruhe angesagt, bin kurz mit dem Bike auf der Straße gerollt. Mir ist es wichtig, zwei Tage vor dem Rennen nochmals etwas herunterzufahren, bevor es dann ab morgen richtig ernst wird. Irgendwie verspüre ich jetzt schon ein gewisses Kribbeln, eine WM ist doch etwas ganz Besonderes für mich. Vom angesagten Regen sind wir noch verschont geblieben und es sieht danach aus, dass es auch dabei bleiben wird. Ich lass mich da am besten überraschen....
Heute begann mein Training etwas früher als normalerweise, weil ich nur bis 10:30Uhr Zeit hatte um auf der Strecke zu trainieren. Schließlich standen heute mit der Teamrelay und dem Juniorinnenrennen schon Wettkämpfe auf dem Programm. Jetzt bin ich richtig froh s,chon zeitig am Morgen trainiert zu haben, weil es immer noch beinahe unerträglich heiß ist, aber der Regen soll ab morgen kommen....
Langsam komme ich mit der Strecke immer besser klar und hab von Runde zu Runde immer mehr Spaß. Durch die vielen Schläge hab ich jetzt schon Blasen an den Händen, weil ich meinen Lenker ganz schön fest umklammern muss, um in den heftigen Abfahrten nicht vom Bike abgeworfen zu werden:-)))!
Ansonsten fühle ich mich relativ wohl hier und wir haben eine gute Gemeinschaft im Österreichischen Nationalteam. Auch RedBull ist um seine gesamtes Team an Fahrern, sei es im Downhill, 4Crosss, Trail, oder eben auch im Cross Country sehr bemüht und umsorgt uns wo immer wir was brauchen - ein herzliches Dankeschön auf diesem Weg. Es ehrt mich sehr auch eine der wenigen Mountainbikesportlerinnen sein zu dürfen, die von RedBull unterstützt werden.
Bis morgen, eure Lisi
Bin quasi übersiedelt und mittlerweile gut in Kanada gelandet. Was wäre das für eine lange Autofahrt nach Mount Sainte Anne geworden, wenn ich nicht das Glück gehabt hätte, bei einer lieben ehemaligen Nachbarin, die seit einiger Zeit in Montreal lebt, übernachten zu können. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön dafür! So konnte ich eine beinahe 10stündige Autofahrt in zwei Strecken teilen! Heute war ich auch schon erstmalig auf der WM-Strecke unterwegs und wirklich ziemlich erstaunt, wie staubtrocken hier alles ist, schließlich kenne ich die Strecke ausschließlich bei verregnetem Wetter. Der Kurs selbst ist extrem schwierig zu fahren, auch wenn einige Schlüsselstellen vom letzten Jahr herausgenommen worden sind. Hab ja gehört, dass es daheim in Kirchberg heute bereits geschneit hat, hier gibt`s gerade eine Hitzewelle und ich bin mächtig am Schwitzen. Hoffe nur, dass es wieder etwas kühler wird! Bis bald, glg eure Lisi
„Mit Rang fünf bin ich sehr zufrieden. Nicht nur, weil ich zum Finale nochmals den Sprung in die Top Fünf geschafft habe, sondern vor allem, weil ich mich nach Langem wirklich gut gefühlt habe. Heute hatte ich wieder mal das Gefühl, richtig Rennen zu fahren und gegen die Konkurrenz zu kämpfen, anstatt gegen mich selbst“, meint Osl.
Auch wenn die Tirolerin ihren Titel vom Vorjahr nicht verteidigen konnte, schob sich Osl noch vom neunten auf den sechsten Gesamtrang vor: „Natürlich bin ich ein wenig traurig darüber, dass es heuer nicht für die Titelverteidigung gereicht hat, aber es war vor allem in den letzten Wochen schwierig, mich auf das Wesentliche zu konzentrieren und mich nicht unter Druck setzen zu lassen. Rang sechs ist eine gute Ausgangsposition für das nächste Jahr, dann bin ich wieder in der Position der Jägerin und im Kopf freier. Wichtig war heute nur, am Ende der Saison nochmals ein gutes Resultat einzufahren. Und jetzt gilt meine volle Konzentration der WM“, meint Lisi, die nun noch den Saison-Höhepunkt vor sich hat. In der kommenden Woche stehen in Mont-Sainte-Anne (Kanada) die Weltmeisterschaften an: „Ich denke, dass es kanadische Festspiele geben wird, die Kanadierinnen sind extrem stark drauf und werden zu Hause nichts anbrennen lassen, aber wir werden versuchen, sie ordentlich zu ärgern!“
Ergebnis Windham Weltcupfinale Frauen 2010:
1. Catharine Pendrel CAN 1.39:48 Std.
2. Marie-Helene Premont CAN +0:04
3. Georgia Gould USA +2:07
4. Blaza Klemencic SLO +3.17
5. Lisi Osl AUT +3:41
Weltcup-Endstand: 1. Pendrel 1.044 Pkt. - 2. Willow Koerber (USA) 865. 3. Eva Lechner (ITA) 810. Weiter: 6. Osl 688 -
Hallo Leute!
Seit gestern bin ich jetzt schon wieder in Italien, wo wir auch gleich die Weltcupstrecke besichtigten. Die ist mal so richtig lässig, mit vielen steilen Anstiegen und keinen zu extremen Abfahrten, also grad so, wie ich es liebe ;-) Von meinem Sturz in Champery habe ich mich schon wieder recht gut erholen können, lediglich bei den Erschütterungen spür ich meinen Kopf noch. Bis Samstag sollte das aber schon alles wieder in Ordnung sein!
Hoffe, ihr haltet mir die Daumen! Alles Liebe, eure Lisi
Die 24jährige Kirchbergerin haderte schon vor Beginn des Rennens mit den Streckenänderungen, die ausgerechnet auf ihrer Lieblingsstrecke in Champery durchgeführt wurden. Vor allem sorgte sich Osl wegen des mächtigen Drops, der von den Kursplanern eingebaut wurde und sie sollte Recht behalten. Ausgerechnet in der letzten Runde kommt die Kirchbergin bei diesem Hindernis zu Sturz. Sattelbruch und böse Blessuren: „Knie, Hüfte und Ellbogen hat´s erwischt. Am meisten Sorgen hat mir das Knie gemacht, mittlerweile kann ich aber schon wieder etwas beruhigter sein, es hat schlimmer ausgesehen, als es war“, erklärt Osl, die trotz dieses Sturzes und mit kaputtem Sattel das Rennen nicht nur beenden, sondern sich noch auf Rang 9 klassieren konnte: „Ich wollte unbedingt durchs Ziel fahren, die Punkte sind wichtig für mich. Der Sturz hat mich letztlich nur zwei Plätze gekostet. Gut, dass ich es riskiert habe, den Sattel nicht mehr zu tauschen, sondern durchzuziehen. Die richtige Entscheidung“, meint Lisi.
Zum vierten Mal in Folge sicherte sich die Kirchbergerin Lisi Osl den MTB Cross Country Staatsmeisterstitel! Die 24jährige ging als große Favoritin in das ÖM – Rennen, das heuer in Haiming ausgetragen wurde und war begeistert: „Ich habe mich heute super gut gefühlt, die kleinen Unsicherheiten der letzten Rennen waren wie weggeblasen. Eine gute Revanche für die EM auf einer super anspruchsvollen Strecke.“ Platz zwei geht an Schwester Maria Osl: „Umso schöner, wenn man den Erfolg gemeinsam feiern kann“, freut sich Lisi, deren volle Konzentration jetzt dem Weltcup in Champery, am kommenden Wochenende, gilt: „Eine meiner Lieblingsstrecken, auf der ich schon tolle Leistungen abrufen konnte, ich freue mich darauf!“
Mit Christoph Soukup, Gregor Raggl und Alex Gehbauer landete Lisi Osl beim heutigen EM Auftakt in Israel, dem Teambewerb auf Rang 7: „Mit der Fahrt bin ich nicht zufrieden, weil ich viele Fehler gemacht habe. Konditionell war´s aber ok, da bin ich dabei“, erklärt Lisi, die in Israel vor allem mit der Hitze zu kämpfen hat: „Das wird am Freitag eher ein Rennen gegen die Hitze, denn gegen die Konkurrenz.“ Neben Temperaturen um die 40 Grad hat es aber auch die EM – Strecke in sich: „Sehr schwierig und kein Kurs um Gas zu geben. Zwar sind alle Passagen fahrbar, aber der tiefe Sand und die vielen Felsen lassen einen leicht wegrutschen, die zahlreichen Kurven tun ihr Übriges.“ Dennoch will die 24jährige Kirchbergerin ihre letztjährige EM - 10. Platzierung zumindest einstellen: „Es sind einige starke Fahrerinnen da, aber ich habe mich gut auf die Bedingungen einstellen können und bin zuversichtlich.“
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