50 Jahre Bergführer – 50 Jahre Leidenschaft am Berg

Seit fünf Jahrzehnten sind die österreichischen Berg- und Schiführer offiziell in einem Berufsverband organisiert. Ebenso lange besteht die Sektion Kitzbühel des Tiroler Bergsportführerverbandes, mit ihren derzeit ca. 220 Mitgliedern. Anlässlich dieses runden Geburtstags wurde vergangenes Wochenende ein mehrtägiges Jubiläumsfest im Kaisersaal in St. Johann gefeiert.
Im Rahmen der Festlichkeiten kamen dabei nicht nur aus dem Sportsektor lobende Worte. „Bergführer sind ein Teil der Erfolgsgeschichte unseres Landes“, erklärte auch Josef Margreiter, Direktor der TirolWerbung, der in seiner Ansprache den Willen der Touristiker zur verstärkten Zusammenarbeit mit den Verbänden betonte. Positive Worte gab es auch von Christoph Höbenreich, der als Vertreter des Landes Tirols beim Jubiläumsfest anwesend war: „Bergführer arbeiten mit einem sehr kostbaren Gut, nämlich den Träumen von Menschen. Solange die Menschen von alpinen Abenteuern träumen, ist mir um den Beruf des Bergführers nicht bang.“

Geschichten, die der Berg schreibt: Gogl, Huber und Habeler erzählten vor vollem Haus

Und genau von diesen Träumen wussten auch sechs Spitzenalpinisten zu berichten, die das Publikum an beiden Festtagen mit ihren alpinen Bergerlebnissen begeisterten. Unter anderem traten Hubert Gogl, Alexander Huber und Peter Habeler am Samstagabend vor vollem Haus vor den Vorhang um zu erzählen – Gogl von seiner Besteigung aller 82 4000er der Alpen, Huber, der seine schönsten und auch eindrucksvollsten Momente im Licht der Berge zeigte, und Habeler, der auch mahnende Worte fand: „Nicht jeder kann am Berg jederzeit an seine Grenzen und darüber hinaus gehen. ‚Everything is possible’ ist hier das falsche Motto.“
Der Berufsstand, dessen Ausbildung und Entwicklung standen bei einer spannenden Podiumsdiskussion im Fokus. Mit Vitus Auer und Albert Leichtfried trafen dabei zwei der jungen Garde auf die beiden altgedienten Bergführer Peter Brandstätter und Horst Fankhauser. Diskutiert wurde unter anderem über die Geschichte und Zukunft des Bergführertums und das breite Spektrum, welche das Berufsfeld abdeckt.

Zusammenarbeit soll verstärkt werden

Auch Robert Span, der Präsident des Österreichischen Berg- und Schiführerverbandes lobte die enorme Entwicklung des Berg- und Schiführerberufes in den letzten Jahren. Für die Zukunft wünsche er sich aber eine verstärkte Zusammenarbeit der Verbandsmitglieder, um auf aktuelle Trends entsprechend reagieren zu können. Bestes Beispiel dafür: die Kitzbüheler Bergführer, die seit gut zwei Jahren mit einem gemeinsamen Auftritt ein vielseitiges Angebot bieten. „Es ist ein guter Weg, der zum Erfolg führt,“ so Span.
Ein voller Erfolg waren auch die beiden Jubiläumstage, ist der Obmann der Sektion Kitzbühel des Tiroler Bergsportführerverbands, Tom Rabl überzeugt: „Was als Bergführer-Verband begann, hat sich in den letzten 50 Jahren zu einem Bergsportführerverband entwickelt. So darf ich als Obmann der Sektion Kitzbühel neben meinen Berg- und Schiführerkollegen auch die Bergwanderführer, Schluchtenführer und Sportkletterlehrer des Bezirkes vertreten. Wir alle sind bergbegeisterte Menschen mit einer starken Verbundenheit zu den Bergen und hoffen, dass es uns gelungen ist, diese Leidenschaft an den beiden Jubiläums-Tagen auch nach außen zu tragen“, freut sich Rabl. Im Rahmen eines Schnupperprogramms gaben die Bergsportführer des Bezirkes am Samstag Einblick in ihr breites Aufgabenspektrum. Auf dem Programm standen ein Schnupperklettern, eine LVS (Lawinenverschüttetensuchgerät)-Schulung und eine Wanderung.